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DE/VISION
Noob
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(CD, 24.08.2007)
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The Exploding Boy "Four" out on October 18th, 2013
Drakkar Records e-Wave Records
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Noob

DE/VISION muss dem geneigten Pop-Konsumenten sicher nicht mehr vorgestellt werden. Schließlich gehört das Electro-Duo seit nunmehr fast zwanzig Jahren zu den führenden Vertretern seines Genres und hat es in all der angehäuften Zeit immer wieder souverän verstanden, sich selbst neu zu erfinden, Grenzen des Machbaren auszuloten und dabei eben auch den oft inflationär gebrauchten „Crossover“-Begriff mit spannenden Inhalten zu füllen. Dass während dieser oft mutigen Experimentierphasen auch ein zuvor etabliertes Bandgefüge auseinanderfallen kann, gehört dann eben leider auch zu den Unwägbarkeiten in einer bewegten Biografie.

Diese Zäsur fand bei DE/VISION zur Jahrtausendwende statt, nachdem man als Trio jahrelang erfolgreichen, extrem gefälligen Synthi-Pop produziert hatte, mit dem man die Aufmerksamkeit des Majors WEA auf sich zog. Dort sind mit „Monosex“ und „Void“ Ende der Neunziger zwei Alben erschienen, die das Klangspektrum der Band extrem weit öffneten. Auf einmal waren für puristische Electro-Heads oft verpönte Gitarren kein Tabu mehr, und auch auf dem weiten Feld der elektronischen Ausdrucksmöglichkeiten wurde sehr freigiebig experimentiert. Diese Frischzellenkur geriet allerdings zu einer Gratwanderung, die Gründungsmitglied Markus nicht mehr mittragen wollte, worauf er die Band verließ, während Thomas und Steffen nicht nur zum „großen“ Indie Drakkar wechselten, sondern sich mit dem 2001 erschienenen Album „Two“ auch wieder ihrer alten Tugenden besannen.

Mittlerweile haben DE/VISION längst wieder ihren Kurs gefunden, ohne dabei ihren Sinn für neue Sounds und Experimente aus den Augen und Ohren verloren zu haben. Die ständige Öffnung für neue Einflüsse und Ausdrucksmöglichkeiten ist fraglos eine der fundamentalen Konstanten im Erfolgskonzept der Band, die mit den weiteren Alben „Devolution“ (2003), „6 feet underground“ (2004) und „Subkutan“ (2005) eine Vielzahl von begnadeten Pop-Hymnen produzierte, die sich dann größtenteils auf der im vergangenen Jahr erschienenen „Best Of …“ wiederfinden durften. Dort war mit dem exklusiven, extra für die Compilation eingespielten „Love Will Find A Way“ auch die erste echte Kompositionsgemeinschaftsarbeit von Thomas und Steffen mit ihrem geschätzten Produzenten-Team Schumann & Bach zu finden, was so gut funktioniert hat, dass man das neue Album mit dem interessanten Titel „NOOB“ gleich komplett in der bewährten Viererrunde eingespielt hat. Daher auch der Titel, der dem Computerspieler-Jargon entliehen ist und dort einen Neuling bezeichnet oder auch abfällig einen erfahrenen Spieler, der Anfängerfehler macht.

„Wir suchen immer nach Worten, die die Leute auch interessant finden könnten, auf der anderen Seite aber auch für uns verwendbar sind“, klärt Frontmann Steffen auf. „NOOB ist auf meinem Mist gewachsen, weil ich viel im Internet unterwegs bin und auch mal Rollenspiele zocke. Ich fand den Begriff erst mal vom Klang her interessant, ohne zu wissen, was das eigentlich bedeutet, und habe bei den Recherchen herausgefunden, dass es eine Abkürzung für ‚Newbie’ ist. Nun haben wir das neue Album zum ersten Mal komplett mit unseren Produzenten geschrieben und produziert, was für uns eine ganz neue Erfahrung war. In diesem Zusammenhang fand ich den Begriff NOOB auch ganz spannend und habe ihn für uns umgedeutet.“

Somit hat Steffen, der seit dem Ausstieg von Markus alleiniger Songwriter bei DE/VISION gewesen ist, etwas Last von seinen Schultern genommen bekommen, was auf der einen Seite den Kompositionsprozess freier, die Entscheidungsfindung letztlich aber auch komplizierter gestaltete. Erfreuliches Resultat der neuen Arbeitsweise ist aber jedenfalls ein Album, das vor leicht-flirrenden Pop-Perlen nur so wimmelt. Mit belebender Leichtigkeit fließen Songs wie „Death Of Me“, „What You Deserve“, „Living Fast Dying Young“, die Promo-Single „Flavour Of The Week“ oder der neuen Version von „Love Will Find A Way“ durch die Gehörgänge, tauchen DE/VISION mit „See What You See“ in melancholischen Traumgefilden, und über allem schwebt ein nostalgisches Retro-Feeling, das vor allem die musikalischen Wurzeln der Band erinnert. Angeregt auch von den coolen Remixen, die Rotoskop zum Release der „Best Of …“ beigesteuert haben, unternehmen DE/VISION mit „NOOB“ ein Stück weit eine Zeitreise zurück in die 80s, als gerade auch in der auflebenden Electro-Szene fleißig experimentiert worden ist und Elemente aus Pop, Rock, Funk, Reggae, Ambient etc. miteinander verwoben wurden. Das schlichte Artwork mit dem Neon-Schriftzug NOOB darf also unbekümmert als Reminiszenz an diese Pionierzeit der elektronischen Popmusik verstanden werden, aber darüber hinaus verstehen es DE/VISION mit „NOOB“ einfach mal wieder, brillante Songs auf angenehm reduzierte Weise mit modernen wie klassischen Zutaten extrem eindringlich auf den Punkt zu bringen.